Vortrag von Prof. Dr. Hans Maier: Sankt Martin – ein Heiliger für die Gegenwart


„Martin von Tours ist ein Heiliger aus alten Zeiten. Doch hat er eine deutliche Botschaft für die Gegenwart.



In der Legende von der lebensrettenden Teilung des Mantels in der Winternacht dürfen sich die Wohltäter und Lebensretter aller Zeiten, die Samariter und Ärzte, Pfleger und Helfer von heute wiedererkennen.

Aber nicht nur die moderne Fürsorge und Sozialhilfe stehen unter seinem Schutz – der Heilige ist auch ein gewaltiger Kulturschöpfer und Kulturpolitiker vor dem Herrn. Die ‚Cappa‘ (Mantel) und die ‚Capella‘ (Mäntelchen) gaben vielen Kirchen Europas, aber auch den "Kapellmeistern", also den Musikern, den Namen.

Und nicht zuletzt ist der heilige Martin ein lebendes Beispiel für die verwandelnde Kraft des Evangeliums: von seinem Vater nach dem Kriegsgott Mars benannt, ist er zum Anwalt des Friedens und der Versöhnung geworden. Grund genug, ihn nicht nur als historische Persönlichkeit zu sehen, sondern ihn anzurufen als Friedensstifter in unserer unfriedlichen Gegenwart.“

So Hans Maier über Martin von Tours. Und Meier weiß, wovon er spricht, er ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte, Kunst und Kultur Europas. Deshalb dürfen wir uns auf einen sicherlich ebenso spannenden wie aufschlussreichem Vortrag freuen, wenn er schon bald unser Gast sein wird: am Dienstag, dem 14. November, um 19.45 Uhr im Gemeindehaus.

Hans Maier war 1962 bis 1988 Professor für politische Wissenschaft in München. 1988 übernahm er dort den traditionsreichen Guardini-Lehrstuhl, den er bis zu seiner Emeritierung 1999 innehatte. Von 1970 bis 1986 war er bayerischer Kultusminister, von 1976 bis 1988 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Seine wissenschaftliche Arbeit gilt vor allem dem Verhältnis von Kirche und Demokratie sowie der Frühgeschichte des Verwaltungs- und Sozialstaats. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher Schriften zu unterschiedlichen Fragen der Kultur- und Geistesgeschichte Europas.