13. Juni: Heiliger Antonius von Padua

Eines ist klar: Heilige sind außergewöhnliche Personen. Aber unter den Heiligen ist Antonius von Padua besonders herausragend …

Schon elf Monate nach seinem Tod wurde Antonius nach dem schnellsten Heiligsprechungsprozess der Geschichte zur Ehren der Altäre erhoben. Und er gehört zu den Kirchenlehrern, obwohl es kaum zusammenhängende Schriften von ihm gibt. Aber der Reihe nach:

Als Fernandez Martins de Bulhoes wurde Antonius von Padua in Lissabon geboren, wahrscheinlich um das Jahr 1195. Er stammte aus einer reichen Adelsfamilie und bekam eine gute religiöse Ausbildung bevor er 1212 den Augustiner-Chorherren beitrat. Als junger Priester in Coimbra war er im Jahr 1220 tief beeindruckt von dem Glaubenszeugnis von fünf in Marokko ermordeten Franziskanermissionaren. Noch im selben Jahr wurde er Franziskaner, nahm den Namen Antonius an – nach dem Wüstenvater und Einsiedler – und brach nach Marokko auf. In Afrika erkranke er jedoch so schwer, dass er … unverrichteter Dinge nach Europa zurückkehren musste.

Auf dem Weg nach Portugal verschlug es Antonius durch einen Sturm nach Sizilien. So gelangte er nach Assisi … Hier konnte er endlich Franziskus (1181/82-1226) persönlich kennenlernen. Den Brüdern fiel die außergewöhnliche Redebegabung des Antonius auf, und er wurde Prediger in Norditalien … Mit seiner scharfen Zunge sollte er gegen die Irrlehren der Katharer, Albigenser und Waldenser anpredigen …

Franz von Assisi ernannte Antonius 1224 zum theologischen Lehrer der Franziskaner, wodurch es ihn für ein Jahr an die Universität von Bologna verschlug. Dann brach er zur Predigtreise nach Südfrankreich auf, wo er bis 1227 blieb. Nach seiner Rückkehr nach Oberitalien wirkte Antonius noch drei Jahre als Ordensprovinzial in Padua, Bußprediger und Studienleiter. Geschwächt und ausgezehrt ob seiner Aufgaben und Reisen, zog er sich 1230 auf ein Landgut bei Padua zurück … Bei den Klosterfrauen von Arcella starb er auch am 13. Juni 1231 – gerade einmal 36 Jahre alt.

Schon zu Antonius Lebzeiten entwickelten sich Legenden um ihn, etwa um seine Predigttätigkeit in Rimini an der Adriaküste. Dort wollten die Einwohner dem Prediger nicht zuhören, bis sie merkten, dass dieser den Fischen im Meer predigte und die seinen Worten lauschten … Die Fischpredigt wurde ein beliebtes Bild in der Kunst, bis es ab dem 16. Jahrhundert durch Darstellungen des Heiligen mit dem Jesuskind oder einer Lilie (als Zeichen der Reinheit) … verdrängt wurde. Auch die Darstellungen mit Jesus gehen auf eine Legende zurück: Ein gastgebender Graf soll den Heiligen des Nachts mit dem strahlenden Jesuskind im Arm vorgefunden haben.

Antoniusstatuen stehen bis heute in fast jedem Gotteshaus … In Padua wird die Basilica di Sant’Antonio schlicht „il santo“ („der Heilige“) genannt, schließlich kann es sich nur um den wichtigsten Heiligen des Landes handeln. Dort können die sterblichen Überreste des Antonius aus nächster Nähe besichtigt werden …

In vielen Ländern wird der heilige Antonius zum Wiederfinden verlorener Sachen angerufen. Die Legende dazu besagt, dass ein Novize, der den Orden verlassen wollte, als „Erinnerungsstück“ den Psalter des Antonius stahl. Auf dem Weg aus Padua habe er eine schreckliche Erscheinung gesehen und daraufhin das Buch zurückgebracht …