Eugen Moll mit Dank zum Abschied

Wer hätte das gedacht: Ein Biberacher findet in Laupheim die Stelle seines Lebens – als Kirchen- und Hospitalpfleger der katholischen Kirchengemeinde.

Das war 1981. Noch jung an Jahren hatte sich Eugen Moll gegen 18 Mitbewerber durchgesetzt.

Seitdem sind 39 Jahre vergangen. Der Biberacher von damals ist heute ein Laupheimer und hat das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht.

Nicht mehr jung, dem Alter geschuldet, ist Herr Moll Ende des vergangenen Jahres in den Ruhestand getreten – wohl verdient, und doch wird er uns fehlen.

Wir verlieren mit ihm einen kundigen, aufmerksamen und umsichtigen Sachwalter der Interessen unserer Gemeinde. Und wer vermag sie zu zählen, die vielen Herausforderungen und Vorhaben der zurückliegenden vier Jahrzehnte?

Ganz zu schweigen von den Aufgaben, die für Herrn Moll und seine Mitarbeiter in der Kirchen- und Hospitalpflege tagtäglich anstanden: darunter die Personalführung von augenblicklich rund 160 Beschäftigten, die Haushalts- und Wirtschaftspläne mit einem Volumen von zuletzt gut 9,5 Millionen Euro, die Finanzbuchhaltung, die Kosten- und Leistungsrechnung und nicht zuletzt die Entwicklung, Instandhaltung und Betriebssicherheit der kirchengemeindlichen Einrichtungen und Gebäude.

Als Personal- und Verwaltungsleiter hat Herr Moll für die Kirchengemeinde besondere Verantwortung übernommen. Kraft Amtes auch als Mitglied im Kirchengemeinderat und Verwaltungsausschuss sowie als Bindeglied zum Dekanat und Bischöflichen Ordinariat. Darüber hinaus hat er der Kirchengemeinde vielen verschiedenen Behörden, Unternehmen und Vereinigungen gegenüber ein Gesicht gegeben.

Unzählige Sitzungen, Besprechungen, Dienstfahrten und Vor-Ort-Termine waren damit verbunden, in der Kirchengemeinde, in der Stadt und darüber hinaus, zu allen Tages- und Nachtzeiten – dabei auf die Uhr zu schauen, war Herrn Moll fremd.

Als Kirchenpfleger – im engeren und weiteren Sinne des Wortes – waren Herrn Moll im Laufe der Jahre viele, ganz unterschiedliche Projekte anempfohlen. Stellvertretend seien nur die wichtigsten Maßnahmen an den öffentlichen Bauten unserer Gemeinde erwähnt:

So der Neubau des Kindergartens Sankt Martin 1983, die Sanierung von Sankt Peter und Paul 1988 und von Sankt Leonhard 2001, der Neubau des Hospitals zum Heiligen Geist 2007, die Sanierung des Alten Hospitals 2009, die Außenrenovierung von Sankt Peter und Paul 2012 und zuletzt 2020 die Vorbereitung der Sanierung des Gemeindehauses.

Mit den großen Bauprojekten der Kirchengemeinde gingen immer auch Spendenprojekte einher. So nimmt es nicht wunder, dass sich ein ganz besonderes Unternehmen unsrer Gemeinde zunehmend mehr mit Herrn Moll und seinem Dienst verbunden hat: der traditionsreiche und überaus erfolgreiche Bazar. Hier war er Jahr für Jahr über Tage hinweg mit vielen, vielen Ehrenamtlichen gern unterwegs: dem guten Zweck und den Mitteln der Kirchengemeinde zuliebe.

Doch nicht nur Kirchen-, sondern auch Hospitalpfleger, galt das besondere Augenmerk von Herrn Moll der Altenhilfe unserer Gemeinde. Es war ihm ein Herzensanliegen, die bestehenden stationären und ambulanten Dienste konzeptionell und strategisch bestmöglich in eine gute Zukunft zu führen. Und mit dem heutigen Seniorenzentrum Laupheim die Stiftung der Anna von Freyberg aus dem Jahre 1601 in Ehren zu halten. Im Gesundheits- und Pflegewesen unserer Tage fürwahr eine Herkulesaufgabe. Doch Herr Moll und seine Mitstreiter haben sie mit Bravour gemeistert.

Eugen Moll hat sich in hohem Maße um unsere Gemeinde verdient gemacht. Der Dank der Kirchengemeinde ist groß, sehr groß!

Ja, wer hätte das gedacht: Ein Biberacher schreibt in Laupheim ein gutes Stück Kirchengeschichte. Dafür sagen wir ihm einfach und schlicht, aber von ganzem Herzen: „Vergelt’s Gott!“

Für die neue Zeit im Ruhestand wünschen wir ihm nur das Beste, ein gerüttelt Maß an Gesundheit und Gottes reichen Segen!

Alexander Hermann